Über das Projekt
Mit unseren Medientipps bieten wir einen niedrigschwelligen Zugang zur Medienprävention – orientiert an den Lebenswelten junger Menschen. Als Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW sind wir überzeugt, dass Medienkompetenz dort am besten entsteht , wo Jugendliche ernst genommen werden, ihre Interessen Raum bekommen und Prävention ohne Verbotsdebatten stattfindet.
Die Kampagne setzt daher auf Befähigung statt Abschreckung. Durch kurze, alltagsnahe Hinweise möchten wir Jugendlichen ermöglichen, sich sicherer und selbstbewusster im digitalen Raum zu bewegen.
Im Mittelpunkt stehen sechs humorvolle Plakate, die Aufmerksamkeit schaffen und unkompliziert Gespräche anstoßen. Die dazugehörige Website bündelt alle Inhalte und liefert praktische Tipps, die leicht umzusetzen sind – für Jugendliche ebenso wie für pädagogische Fachkräfte.
Schutz im digitalen Raum
Digitale Lebenswelt verstehen – Rechte- und Schutzkonzepte erweitern
Kinder und Jugendliche bewegen sich selbstverständlich in digitalen Räumen – sie kommunizieren, lernen, spielen und entwickeln dort soziale Beziehungen. Plattformen wie Instagram, Discord oder TikTok erweitern den analogen Alltag und bergen neben Chancen auch neue Herausforderungen: Cybermobbing, Cybergrooming, Sextorion oder der Kontakt mit ungeeigneten Inhalten gehören dabei zu den zentralen Risiken im Aufwachsen mit Medien.
Warum (digitale) Schutzkonzepte wichtig sind
Wie auch im realen Leben verfügen junge Menschen nicht immer über das nötige Wissen, um sich ausreichend zu schützen. Dadurch gehören sie zu einer besonders schutzbedürftigen Gruppe – vor allem im Hinblick auf sexualisierte Gewalt. Fehlen klare Regeln, Zuständigkeiten und Kompetenzen, entstehen leicht Schutzlücken.
Gleichzeitig ist klar: Kinder und Jugendliche können nicht vollständig davor bewahrt werden, im Laufe ihres Aufwachsens mit Grenzverletzungen oder unangenehmen Situationen in Berührung zu kommen – weder online noch offline. Umso wichtiger ist es, sie zu stärken und handlungsfähig zu machen. Das bedeutet, ihnen zu vermitteln, dass ihre Grenzen zählen, dass sie Nein sagen dürfen und dass sie wissen, wo sie Unterstützung bekommen können. Wenn junge Menschen lernen, Risiken zu erkennen, Hilfe zu suchen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, entsteht ein echter Schutz – durch Wissen, Vertrauen und Selbstbewusstsein.
Für Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit bedeutet das:
Schutz und Selbstbestimmung müssen gemeinsam gedacht werden.
Den digitalen Raum mitdenken
Auch in digitalen Räumen gelten dieselben Rechte auf Schutz, Beteiligung und Integrität – aber unter neuen Bedingungen. In vielen Einrichtungen bestehen noch Unsicherheiten, wie digitale Tools sicher genutzt werden können. Schutzkonzepte, die digitale Aspekte einbeziehen, helfen Risiken zu erkennen, pädagogisch zu handeln und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Denn: Auch im digitalen Raum kommt es zu grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt.
Nach § 1 Abs. 3 Nr. 3 SGB VIII sind Einrichtungen verpflichtet, ein Gewaltschutzkonzept vorzuhalten – dazu gehört ausdrücklich auch der Schutz im digitalen Raum. Das reformierte Jugendschutzgesetz (2021) schreibt zudem verbindliche Schutzmaßnahmen für Online-Angebote fest. Damit besteht eine klare gesetzliche Verantwortung, digitale Risiken zu berücksichtigen und Fachkräfte entsprechend zu schulen.
Für Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit bedeutet das:
Ein wirksames Schutzkonzept muss den digitalen Raum konsequent mitdenken.
Ein wirksames Schutzkonzept berücksichtigt, wie digitale Tools und Plattformen genutzt werden, deckt blinde Flecken auf und entwickelt einen möglichst sicheren Nutzungsrahmen für die eigenen Angebote. Dazu gehören klare Regeln für Kommunikation, Datenschutz und digitale Nähe, regelmäßige Schulungen sowie eine bewusste Auseinandersetzung mit digitalen Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen. Um Fachkräfte dabei zu unterstützen, digitale Aspekte gezielt in ihre Schutzkonzepte zu integrieren, stehen zwei hilfreiche Materialien zur Verfügung:
Die Arbeitshilfe bietet praxisnahe Checklisten, Risikoanalysen und Beispiele, wie Einrichtungen ihre digitalen Angebote sicher gestalten und Schutzstrukturen aufbauen können
Arbeitshilfe: Digitale Aspekte in Schutzkonzepten
Die Arbeitshilfe bietet praxisnahe Checklisten, Risikoanalysen und Beispiele, wie Einrichtungen ihre digitalen Angebote sicher gestalten und Schutzstrukturen aufbauen können
Rechte- und Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt
Die Arbeitshilfe bietet praxisnahe Checklisten, Risikoanalysen und Beispiele, wie Einrichtungen ihre digitalen Angebote sicher gestalten und Schutzstrukturen aufbauen können
Weiterführende Links
Kontakt
Dieses Projekt ist im Rahmen des Programms „Schutz & Prävention“ des Paritätischen Jugendwerks NRW mit Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans NRW entstanden. Umgesetzt wurde es von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW.
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